Honig geht süß runter. Aber warum nicht jeder Honig?
Bienen! Immen! Sumseriche!
Wer sich je mit euch vergliche,
der verdient, dass man ihn töte!
Dass zumindest er erröte!
Denn, was ihr in Berg und Tal schafft,
ohne Zutun der Gewerkschaft...
Der Anfang einer herrlichen Hommage an die Bienen von Heinz Erhardt. Recht hat er! Ohne die Bienen wären wir aufgeschmissen.
Nicht, weil der jährliche Honigverbrauch pro Kopf in Deutschland bei mehr als einem Kilo liegt. Die Immen nur auf Honig zu reduzieren, wäre wahrlich kurz gesprungen.
Keine Bienen, keine Bestäubung, keine Früchte.
Neben den Berufs-Imkern, die es gegen die Importe sehr schwer haben, wächst die Zahl der Hobby-Imker. Vor einigen Jahren schaute ich ungläubig zu meinem Nachbarn rüber. Aha, dachte ich, wieder mal die Marsianer bei uns gelandet. Nein, dieses Mal nicht - es war mein Nachbar in Bienen-Schutzkleidung. Er hatte sich der Imkerei verschrieben und frönt dem Hobby mit großer Leidenschaft bis heute.
Wussten Sie, dass die Bienen nach Rind und Schwein auf Platz 3 der Nutztiere Deutschlands liegen? Und dass sie 80% der Nutz- und Wildpflanzen bestäuben? Auch wenn unsere Imker stolze 20.000 Tonnen Honig pro Jahr erzeugen, werden noch ca. 80.000 Tonnen importiert.
Doch woher genau kommt die Massenware? Nun, sie kommt vorwiegend aus Argentinien, Mexiko, Ukraine und China. Und ein Blick auf die Etiketten verwirrt eher. Da wird mit „kaltgeschleudert“ geworben. Unsinn - Honig wird immer kaltgeschleudert. Und Imkerhonig bedeutet eigentlich nur, dass angeblich ein Imker den Honig geerntet hat. Der größte Lacher ist aber die Angabe „Mischung aus EU- und Nicht-EU Ländern“! Das sagt aber immerhin aus, dass er nicht von der Venus stammt. Der immer gleiche Geschmack der Industrieprodukte kommt übrigens durch das Mischen verschiedener Sorten zustande.
Und auch wenn der Honig als Naturprodukt keine Zusatzstoffe enthalten darf – laut Berufsimkerbund gehört Honig weltweit zu den am meisten gepanschten Lebensmitteln. Und das trifft vor allem auf Importware zu. Da wird schon ordentlich u.a. mit billigem Zuckersirup nachgeholfen. Und es ist wie beim Doping im Sport – die Panscher sind den Kontrolleuren immer einen Schritt voraus.
Wie diesen Dingen aus dem Weg gehen? Heimische Ware kaufen, auch wenn die teurer ist. Was nützt billiger Honig, wenn dieser nur zu bestimmten Teilen überhaupt noch ein Naturprodukt ist?

